Langewiesche-Brandt Ebenhausen bei München


Dieses Buch befindet sich seit 2010 im Programm des Verlages C.H.Beck. Die alte ISBN war 978-3-7846-0157-1, die neue ISBN ist 978-3-406-60745-5.

Johann Peter Hebels Alemannische Gedichte
für Freunde ländlicher Natur und Sitten
ins Hochdeutsche übertragen von Robert Reinick
mit Bildern nach Zeichnungen von Ludwig Richter
sowie mit Beiträgen von Werner Kohlert und Winfried Werner,
Anmerkungen und einer Auskunft über diese Ausgabe

So lautet der komplette Titel des schönen Buches - und jedes Wort hat seinen Sinn.

Format: 16 x 21 cm. 240 Seiten. Ganzleinenband.

Nicht nur die Badener und die Schweizer in und um Basel haben dieses Buch ins Herz geschlossen, sondern auch der Frankfurter und Wahl-Thüringer Goethe. Er konnte Hebels Alemannisch verstehen! (Er las und verstand ja auch, ohne Englisch gehabt zu haben, Shakespeare.) Wer sich wirklich darauf einstellen würde, könnte, auch ohne ein Genie zu sein, die Alemannischen Gedichte im Original lesen. Aber...

...aber: Wer ist geduldig genug, sich wirklich darauf einzustellen? Das hat sich vor gut hundertfünfzig Jahren Robert Reinick gefragt, der selber ein nicht zu verachtender Dichter war, aber seine kleine Unsterblichkeit durch die hochdeutsche Fassung von Hebels Alemannischen Gedichten gefunden hat.

Das Original ist 1803 erschienen, Reinicks Fassung 1850. Erst dazu wurden die Holzschnitte (genauer: Holzstiche) geschaffen, die der Dresdner Professor Ludwig Richter entworfen und bis in den Druck aufmerksam begleitet hat. Die Klassizität Johann Peter Hebels und die Klassizität Ludwig Richters liegen ein halbes Jahrhundert auseinander, aber die Nachwelt sieht die beiden als ideale Einheit. Um es auf Aktuell-Deutsch zu sagen: Deutsches Biedermeier at its best.

Manches - das wollen wir ruhig einräumen - ist biedermeierlich in einem uns nicht mehr so lieben Sinn: allzu brav und tugendhaft. Gerade ein paar der weit verbreiteten Gedichtlein. Aber das meiste ist wunderbar. Und einiges ist große Literatur. Allergrößt (und ja allerberühmtest): «Die Vergänglichkeit», das nächtliche Gespräch zwischen dem Vater, der ein ochsenbespanntes Fuhrwerk lenkt, und seinem - schätzen wir mal: zehnjährigen - Sohn. - Aber dann auch die Hexameter-Idyllen wie «Der Statthalter von Schopfheim» oder, Verlegers Liebling, «Geisterbesuch auf dem Feldberg»...

Das Buch ist besonders schön (mit seinen erstklassigen Feinstrich-Reproduktionen, was hier oben nicht zu erkennen ist) - und besonders preisgünstig: Die Badische Bibliotheksgesellschaft hat es gefördert.

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Rev. 12.11.2014